generalistische Pflegeausbildung

Erfolgreich auf dem Weg zur Fachkraft für Komplementäre Pflege

Veröffentlicht am: 7. April 2017

Am 5. April 2017 haben elf Pionierinnen und Pioniere der Komplementären Pflege das Fachmodul 1 der bundesweit ersten staatlich anerkannten Fachweiterbildung „Komplementäre Pflege“ erfolgreich absolviert.

Als Nachweis ihrer neu erworbenen Kompetenz haben alle erste komplementärpflegerische Verfahren in ihren Einrichtungen eingeführt. In Portfolios haben sie die Umsetzung beschrieben und Erfolge und Hindernisse auf ihrem Weg dokumentiert. „Da die Teilnehmenden aus ganz verschiedenen Feldern der Pflege kommen, haben sie sehr individuelle und unterschiedliche Themenschwerpunkte für die ersten Schritte in die Praxis gefunden“, freut sich Elisabeth Lanwer-Eilers über die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen.

Bereits während der konzeptionellen Entwicklung der Fachweiterbildung war klar: Exkursionen sind ein wichtiger Bestandteil des Curriculums.

Fachweiterbildung „Komplementäre Pflege“ verbindet Theorie und Praxis

Die Einblicke in die Arbeitsweise naturheilkundlich komplementärer Klinik bewertete die Fachweiterbildungsgruppe als sehr interessant und motivierend. Über die Anschauung und praxisnahe  Anregungen zur Umsetzung entwickelten die Teilnehmenden  konkrete Ideen, wie sich komplementäre Verfahren in den eigenen Pflegealltag integrieren lassen.

„Zu sehen, wie genau Naturheilverfahren bereits jetzt im Pflegealltag eingesetzt werden und welche Erfolge sich damit erzielen lassen, das ist unglaublich motivierend und spannend“, unterstreicht Elisabeth Lanwer-Eilers. „Auch vor diesem Hintergrund freuen wir uns sehr über die Zusammenarbeit mit unseren engagierten Bremer Kooperationspartnern AMEOS Klinkum Dr. Heines und St. Joseph Stift.“

Exkursion – Komplementäre Pflegeangebote bei AMEOS

Die erste Exkursion führte die Fachweiterbildungsgruppe in das psychiatrische Krankenhaus AMEOS Klinikum Dr. Heines nach Bremen Osterholz.  Sven Helliger, Qualitäts- und Bildungsbeauftragter, sowie Georgia Fuchs, Oberärztin im Bereich DBT und Trauma, gaben einen Überblick über die derzeitige Angebotspallette der Einrichtung.

Akupunktur, Heiltees, Klangschalen und Qi-Gong

Viele Anregungen nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit aus der Einführung in das Spektrum komplementärpflegerischer Verfahren des Klinikums. Angesichts der Vielfalt von Heilteezubereitungen auf der Station der Allgemeinen Psychiatrie beispielsweise zückten die Teilnehmenden ihre Smartphones, um Zusammensetzung und Wirkweise der angebotenen Tees fotografisch festzuhalten.

Sie nutzten die Chance, Qi-Gong selbst zu erfahren und Klangschalen zu erproben. Eine Einführung in Akkupunktur und die Demonstration einer Ohr-Akkupunktur rundeten das Programm ab.

Exkursion – Klinik für Naturheilverfahren im St. Joseph-Stift

Durch den Praxistag im Krankenhaus St. Joseph-Stift führte ein interdisziplinäres Team: Dr. Susanne Dörffel als Leitende Ärztin, Hiltraud Jordan als Krankenschwester mit viel Erfahrung in der komplementären Pflege und Bettina Luczak-Freundel als Physiotherapeutin, die Kneippsche Verfahren in der Klinik anwendet.

Alle Teilnehmenden erhielten eine kleine Kompresse mit Pfefferminzöl und Zitrone zur Förderung der Konzentration und Fokussierung. Eine tolle Einstimmung!

Hilfe zur Selbsthilfe

Die überwiegend chronisch kranken Patientinnen der Klinik für Naturheilverfahren beschreibt Dr. Susanne Dörffel als zumeist langjährige Schmerzpatienten mit einer langen Leidensgeschichte. In der Behandlung hebt sie besonders den Ansatz Hilfe zur Selbsthilfe hervor und die Bedeutung von Maßnahmen, die die Patientinnen auch zu Hause selbstständig fortführen können.

Blutegel-, Thermo- und Hydrotherapie

Einer Führung durch die unterschiedlichen Abteilungen gab der Gruppe Einblick in verschiedene Verfahren. Besonders beeindruckten die Blutegeltherapie gegen Entzündungen und die Thermotherapie, bei dem Körper gezielt Wärme zugeführt oder entzogen wird. „In der Hydrotherapie waren Teilnehmerinnen ohne Frage bereit, ein kaltes Armbad nach Kneipp zu erproben. Gegen Verspannungen und Schmerzen gab es Schröpfmassagen. Klar, dass alle aktiv dabei waren“, berichtet Lanwer-Eilers.

Interesse an der Komplementären Pflege?

Professionell Pflegende mit dem Ziel, naturheilkundliche Verfahren in ihren Pflegealltag zu integrieren, finden mit der „Komplementären Pflege“ die geeignete Fachweiterbildung.

Das Fachmodul 2 mit dem Schwerpunkt Wickel, Auflagen und Kompressen sowie Gesundheitsförderung nach Kneipp hat am 6. April begonnen. Der nächste Einstieg in die Fachweiterbildung ist der 29. September mit dem Fachmodul 3: „Aromapflege, Heilpflanzen und entspannende Verfahren“.

Weitere Details und mögliche Einstiegstermine finden Sie hier unter Fachweiterbildung Komplementäre Pflege.

 

Copyright © März 2017 ibs Institut für Berufs- und Sozialpädagogik e.V. Verfasserinnen: E. Lanwer-Eilers und P. Dehmel