generalistische Pflegeausbildung

Berufliche Praxis im Einsatz für soziale Projekte

Veröffentlicht am: 13. November 2015

Indem sie sich aktiv einsetzen für gemeinnützige Projekte, sammeln die Teilnehmer des ibs im Bereich Handel, Wirtschaft, Handwerk praktische berufliche Erfahrungen. „Der Bezug zur Praxis hilft, theoretische Grundlagen für den Beruf Lagerist anschaulich zu machen“, sagt Ralph Niehoff. Er ist Ausbilder am ibs im Bereich Lager für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den berufsvorbereitenden Lehrgängen und außerbetrieblichen Ausbildungen.

Mit gemeinnütziger Arbeit praktische Erfahrungen für den späteren Beruf sammeln

„Für den Aus- und Weiterbildungsträger ibs Bremen kommen hierfür ausschließlich gemeinnützige Projekte in Frage“, erläutert Niehoff. Solche freiwilligen Projekte haben verschiedene Vorteile: „Es muss nicht alles perfekt sein und wir müssen eigentlich eher selten unter Zeitdruck arbeiten. Ich kann die verschiedenen notwendigen Arbeitsschritte wunderbar in Ruhe im Unterricht vorbereiten und dann gemeinsam mit den Jugendlichen loslegen.“

Kleiderkammer für Flüchtlinge als Praxisfeld für Lagerlogistik

Eines der jüngsten sozialen Projekte, in dem Jugendliche zum Thema Lagerorganisation und -logistik erste Erfahrungen sammeln, ist eine Kleiderkammer im Bremer Übergangswohnheim für Flüchtlinge. Die gespendete Kleidung, Spielzeug, Schuhe und Haushaltsgegenstände werden in zwei größeren Räumen gelagert. Im ibs-Lager werden die Spenden gesichtet, sortiert, gegebenenfalls zur Reparatur etwa an den Bereich Holz weitergeleitet und schließlich wiederauffindbar registriert in Regale verteilt. „Zu dieser Tätigkeit gehört beispielsweise, dass die Jugendlichen planvoll vorgehen, inhaltliche Verknüpfungen herstellen und – wenn nötig – neue Themenbereiche ausschreiben.“

Staffelstab jetzt neuem Organisationsteam übergeben

Jetzt hat die zweite Generation die Kleiderkammer übernommen. Sie verlassen für einen Tag pro Woche das Übungslager des ibs in Hemelingen und organisieren in Eigenregie in die Kleiderausgabe in Bremen Hastedt.

„Ich habe zunächst aus Neugier zugestimmt, als wir gefragt wurden, ob wir die Kleiderkammer betreuen wollen“, sagt Stefan Bachmann. Der 17-Jährige spricht außer Deutsch auch Russisch. „Es ist ein gutes Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.“ Er plant jetzt sogar mit Freunden aus Osterholz-Tenever eine eigene Spendensammelaktion. „Die Kleiderkammer ist gut und wichtig“, meint auch der 20-jährige Felix Tietz.

„Die meisten Leuten sind dankbar für unsere Arbeit hier“, stimmt die 18-jährige Violetta Rout zu. Sie berichtet von einer älteren Frau, die besonders herzlich zu ihr ist und sie „als zweite Tochter“ bezeichnet. Routs Familie stammt aus Kasachstan. „Wir verständigen uns mit den Flüchtlingen mit Händen und Füßen“, sagt sie und lächelt. „Das klappt sehr gut.“

„Ich packe gern mit an“, sagt Ernestas Sabuninas. Wie schwierig es ist, in einem fremden Land Fuß zu fassen, ahnt er vielleicht am ehesten. Erst im Alter von 14 Jahren ist der heute 20-Jährige aus Litauen nach Bremen gezogen.

(Foto oben, von links: Stefan Bachmann, Violetta Rout, Felix Tietz, Ernestas Sabuninas sowie Ralph Niehoff)

Von den Hardskills zu den Softskills

„Das gemeinnützige Engagement trägt dazu bei, dass unsere Jugendlichen den Mut fassen, für das einzutreten, was sie sich beruflich wünschen“, ist Niehoff überzeugt. „Denn ihnen wird eine ganz neue und persönliche Art der Wertschätzung entgegengebracht. Für Einige ist das eine völlig neue Erfahrung.“ Außer berufliche Einblicke erlangten sie mit der gemeinnützigen Tätigkeit zudem so genannte Softskills, wie Teamarbeit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit.

Mit vielen Kollegen und Kolleginnen des ibs teilt Niehoff die Freude darüber, dass er seine Aufgabe, jungen Menschen ihren Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern, verbinden kann mit dem Ziel, zu helfen. „Von uns wird zwar viel Engagement und Eigeninitiative gefordert, aber es lohnt sich für alle Beteiligten.“

Engagement für soziale Projekte mit Praxisbezug zur Berufsausbildung

In den Genuss des zupackenden Praxisbezugs gekommen sind mittlerweile ibs-Bereiche, wie etwa Holz, Farbe, Handel, Lager, Hauswirtschaft sowie Garten- und Landschaftsbau:

  • Gastronomische Servicedienstleistung für Stiftungsmahl der Stadtteil-Stiftung Hemelingen
  • Farbarbeiten für Fluchtraum e.V., Kindergarten sowie Jugendbildungsstätte Bremen LidiceHaus gemeinnützige GmbH
  • Holzkleinteile, wie Vogelhäuser, für Spendenbasare
  • Holzgarderobe für Kindergarten
  • Gartenpavillons für ÜWH
  • Kleiderkammer für ÜWH

Informationen

Engagement des ibs als Bildungsträger für gemeinnützige Projekte

Copyright © November 2015 ibs Institut für Berufs- und Sozialpädagogik e.V., Verfasserin: S. Höstermann.