Betreuungsarbeit (Inhouse-Fortbildungen)

Zugangsvoraussetzungen/ Zielgruppe:

Alle Mitarbeitenden von Pflegeeinrichtungen und weiteren Einrichtungen des Gesundheitswesens

Kursbeschreibung:

Inhouse-Fortbildungen für Betreuungskräfte

Das Thema Sterben, Tod und Trauer gehört zum Alltag in der stationären und ambulanten Pflege – und doch fällt es vielen Betreuungskräften schwer, offen und gelassen damit umzugehen. Eigene Unsicherheiten, gesellschaftliche Tabus und die emotionale Nähe zu Bewohnerinnen und Bewohnern machen diesen Bereich besonders anspruchsvoll. Diese Fortbildung schafft Raum, sich dem Thema Sterben und Tod auf persönlicher und fachlicher Ebene zu nähern. Die Teilnehmenden entwickeln eine gefestigte professionelle Haltung, lernen Trauerprozesse zu begleiten und gestalten Abschiede im Einrichtungsalltag würdevoll und bewusst.

Inhalte:
- Gesellschaftliche und kulturelle Umgangsweisen mit Sterben und Tod
- Phasen des Sterbens und Zeichen des nahenden Todes
- Trauerprozesse verstehen: Modelle und individuelle Verläufe
- Bedürfnisse sterbender Menschen und ihrer Angehörigen wahrnehmen
- Begleitung im Sterben: Kommunikation, Rituale, Präsenz
- Abschiedsrituale und Trauerkultur in der Einrichtung gestalten
- Umgang mit dem eigenen Erleben: Betroffenheit, Trauer und Selbstfürsorge
- Spirituelle und religiöse Aspekte in der Sterbebegleitung

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Lachen verbindet, entlastet und schenkt Lebensfreude - auch im Pflegealltag. Humor ist kein Zeichen von Leichtfertigkeit, sondern ein professionelles Werkzeug, das Beziehungen stärkt, Anspannungen löst und das Wohlbefinden von Bewohnerinnen und Bewohnern fördert. Diese Fortbildung erschließt Betreuungskräften den bewussten, wertschätzenden Einsatz von Humor in der täglichen Arbeit. Die Teilnehmenden reflektieren die Wirkung von Humor in der Betreuungsbeziehung und entwickeln ein Gespür dafür, wann und wie Heiterkeit heilsam wirken kann.

Inhalte:
- Humor als Ressource im Betreuungsalltag
- Wirkung von Lachen und Lebensqualität
- Humor und Würde: Grenzen wahren
- Formen des Humors: was verbindet, was verletzt?
- Humor in der Begegnung mit Menschen mit Demenz
- Praktische Übungen und Reflexion

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Jeder Mensch trägt eine einzigartige Lebensgeschichte in sich - geprägt von Beruf, Familie, Leidenschaften und prägenden Erfahrungen. Gerade bei Menschen mit Demenz oder eingeschränkter verbaler Kommunikation kann die Biografie ein Schlüssel sein, um Kontakt herzustellen, Bedürfnisse zu verstehen und den Alltag sinnvoll zu gestalten. Diese Fortbildung führt Betreuungskräfte in die Biografiearbeit mit Schwerpunkt auf Berufsbiografien ein. Die Teilnehmenden lernen, biografische Informationen zu erheben, einzuordnen und gezielt in der Betreuungsarbeit zu nutzen.

Inhalte: - Grundlagen und Methoden der Biografiearbeit
- Berufsbiografien als Ressource
- Biografische Informationen erheben und dokumentieren
- Biografische Elemente in Betreuungsangeboten nutzen
- Alltag biografisch gestalten, z. B. bei Essen, Musik, Handwerk und Ritualen

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Betreuungsangebote in Pflegeeinrichtungen sind häufig auf weibliche Lebenswelten ausgerichtet - mit der Folge, dass männliche Bewohner seltener erreicht werden. Dabei haben Männer eigene Interessen, Berufsbiografien und Bedürfnisse, die sich in gezielten Angeboten widerspiegeln sollten. Diese Fortbildung sensibilisiert Betreuungskräfte für die spezifischen Bedürfnisse männlicher Bewohner und vermittelt praxisnahe Konzepte für zielgruppengerechte Beschäftigungsangebote. Die Teilnehmenden entwickeln Ideen und Materialien, die sie direkt in der Einrichtung einsetzen können.

Inhalte: - Männliche Lebenswelten: Bedürfnisse, Interessen und Biografie
- Warum Standardangebote Männer oft nicht ansprechen
- Berufsbiografien und Hobbys als Ausgangspunkt
- Praxisideen: Handwerk, Technik, Sport, Natur, Musik, Zeitgeschehen
- Angebote und Gruppen geschlechtssensibel gestalten
- Materialien und Medien für männliche Bewohner

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Betreuungskräfte erleben es regelmäßig: Bewohnerinnen und Bewohner lehnen Angebote ab, verweigern die Teilnahme oder reagieren aggressiv auf Kontaktversuche. Gerade bei Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen ist das oft herausfordernd und belastend. Diese Fortbildung unterstützt Betreuungskräfte dabei, herausforderndes Verhalten besser zu verstehen, professionell zu reagieren und die eigene Belastbarkeit zu stärken. Im Mittelpunkt stehen Deeskalation, Kommunikation und eine stabile professionelle Haltung.

Inhalte: - Ursachen von Ablehnung, Verweigerung und Aggression verstehen
- Krankheitsbedingte und situative Verhaltensweisen einordnen
- Deeskalation im Betreuungsalltag
- Kommunikation, Distanz und Körpersprache
- Eigene Reaktionen reflektieren und Grenzen setzen
- Dokumentation, Teamweitergabe und Fallbesprechungen

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg bietet einen hilfreichen Rahmen, um auch in herausfordernden Situationen verbindend, wertschätzend und klar zu kommunizieren. In der Betreuungsarbeit kann sie dazu beitragen, Missverständnisse zu reduzieren, Konflikte zu entschärfen und tragfähige Beziehungen zu Bewohnerinnen und Bewohnern sowie im Team zu gestalten. Die Fortbildung führt in die Grundlagen der GFK ein und erprobt ihre Anwendung im konkreten Betreuungsalltag. Die Teilnehmenden lernen, Beobachtungen von Bewertungen zu trennen, Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und einfühlsam wie klar zu kommunizieren.

Inhalte: - Grundlagen der GFK nach M. B. Rosenberg
- Die vier Schritte: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte
- Einfühlsames Zuhören und klar sprechen
- GFK in der Begegnung mit Bewohnerinnen und Bewohnern
- GFK in Teamkommunikation und Konflikten
- Anwendung bei Menschen mit Demenz sowie praktische Übungen

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Nicht jede Betreuungseinheit braucht ein ausgearbeitetes Programm. Gerade für Menschen mit Demenz sind kurze, spontane und alltagsintegrierte Begegnungen oft wirksamer als lange Gruppenangebote. Die 10-Minuten-Aktivierung nach Romero und Eder ist ein niedrigschwelliges, wissenschaftlich fundiertes Konzept für aktivierende Alltagskontakte. Die Fortbildung vermittelt das Konzept und befähigt Betreuungskräfte, es gezielt und sicher im Pflegealltag einzusetzen. Die Teilnehmenden erproben verschiedene Einheiten und passen diese an die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner an.

Inhalte: - Grundlagen und Menschenbild
- Neuropsychologische Hintergründe
- Sechs Aktivierungsbereiche
- Praktische Übungen
- Individuelle Anpassung und Integration in den Alltag
- Abgrenzung, Beobachtung und Dokumentation

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Menschen mit stark eingeschränkter Mobilität haben oft nur begrenzten Zugang zu Gruppenangeboten und erhalten dadurch weniger Zuwendung. Gerade sie sind auf individuelle, sinnanregende Begegnungen und Beschäftigungen angewiesen - für Wohlbefinden, Würde und Lebensqualität. Diese Fortbildung vermittelt Betreuungskräften ein breites Repertoire an Einzelbeschäftigungen für mobilitätseingeschränkte Menschen. Die Teilnehmenden lernen, Ressourcen und Bedürfnisse gezielt wahrzunehmen und auch unter eingeschränkten Rahmenbedingungen sinnvolle Begegnungen zu gestalten.

Inhalte: - Bedarfslage mobilitätseingeschränkter Menschen
- Ressourcenorientierung
- Sinnesanregung als Grundlage
- Beschäftigungsideen und Biografiearbeit
- Kommunikation mit schwer beeinträchtigten Menschen
- Praktische Erprobung, Dokumentation und Teamweitergabe

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Jeder Mensch ist mehr als seine aktuelle Pflegesituation. Biografiearbeit macht die Lebensgeschichte von Bewohnerinnen und Bewohnern sichtbar und nutzbar - als Grundlage für eine individuelle, würdewahrende Betreuung. Besonders für Menschen mit Demenz bietet sie einen Zugang zu Identität und Wohlbefinden. Diese Fortbildung vermittelt Grundlagen und Methoden der Biografiearbeit in der stationären und ambulanten Betreuung. Die Teilnehmenden lernen, Lebensgeschichten zu erheben, zu dokumentieren und in konkreten Angeboten wirksam einzusetzen.

Inhalte: - Grundlagen, Menschenbild und Ethik
- Biografieerhebung: Gespräch, Beobachtung, Angehörige
- Dokumentation biografischer Informationen
- Biografie und Demenz
- Biografie in der Alltagsgestaltung
- Einzel- und Gruppenangebote, Grenzen und Praxisübungen

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Pflegeeinrichtungen erleben einen tiefgreifenden Wandel: Neue Bewohnergenerationen bringen andere Biografien, Werte und Erwartungen mit. Gleichzeitig verändert sich das Betreuungspersonal. Jüngere und erfahrene Kolleginnen und Kollegen treffen mit unterschiedlichen Haltungen und Arbeitsweisen aufeinander. Das bietet Chancen, stellt aber auch neue Anforderungen. Diese Fortbildung sensibilisiert für die Veränderungen durch den Generationenwechsel und entwickelt Strategien für eine gelingende Betreuungsarbeit im Wandel.

Inhalte: - Neue Bewohnergenerationen: Biografien, Werte, Erwartungen
- Was bleibt, was ändert sich in der Betreuungsarbeit?
- Generationenübergreifende Teamarbeit
- Wissenstransfer und gegenseitiges Lernen
- Betreuungsangebote für neue Generationen
- Reflexion der eigenen Haltung zu Veränderungen

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Gewalt in der Pflege und Betreuung ist ein ernstes Thema, das Betreuungskräfte direkt betrifft - als Betroffene, als Zeugen und als Teil des Schutzsystems für vulnerable Menschen. Frühzeitiges Erkennen von Risikosituationen und ein reflektierter Umgang mit der eigenen Rolle sind entscheidend für wirksamen Schutz. Diese Fortbildung sensibilisiert Betreuungskräfte für Formen, Ursachen und Risikofaktoren von Gewalt im Betreuungsalltag. Die Teilnehmenden entwickeln ein klares Verständnis ihrer Schutzverantwortung und lernen, präventiv und situationsgerecht zu handeln.

Inhalte:
- Formen von Gewalt in der Betreuung
- Ursachen, Risikofaktoren und Warnsignale
- Eigene Rolle, Verantwortung und Meldepflichten
- Grenzwahrende Betreuungsbeziehungen
- Umgang mit Grenzverletzungen im Team
- Selbstschutz und Beschwerdewege

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
An- und Zugehörige sind wichtige Partner im Betreuungsprozess - und zugleich eine besondere Herausforderung. Sie bringen Sorgen, Erwartungen und manchmal auch Kritik mit. Eine professionelle, wertschätzende Kommunikation ist entscheidend für Vertrauen und gelingende Zusammenarbeit. Diese Fortbildung stärkt die kommunikativen Kompetenzen von Betreuungskräften im Umgang mit An- und Zugehörigen. Die Teilnehmenden lernen, Gespräche sicher zu führen, Erwartungen zu klären und auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Inhalte:
- Rolle von An- und Zugehörigen verstehen
- Aktives Zuhören, Empathie und klare Aussagen
- Typische Gesprächssituationen
- Erwartungen klären und Absprachen treffen
- Mit Sorgen, Kritik und emotionalen Reaktionen umgehen
- Grenzen kommunizieren und dokumentieren

Dauer: 16 Unterrichtsstunden (zwei Tage)
Methoden:

Fach- und Impulsvorträge, Gruppenarbeiten, Diskussionen, Workshops.

Abschluss/Ziel:

Die Teilnehmenden erhalten nach dem Seminar eine Teilnahmebescheinigung.

Gruppengröße:

Max. 20 Teilnehmer*innen.


Beginn Ort
Nach Vereinbarung In Ihrer Einrichtung

Fakten


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Dauer

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Ihr ibs-Ansprechpartner


Julian Huismann

Bereichsleitung Akademie Pflege

ibs Akademie Pflege

Telefon: +49421 491567-281

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